Literaturrecherche Tipps
Die Recherche der richtigen Quellen stellt die Basis deiner wissenschaftlichen Ausarbeitung dar. Es ist gar nicht so einfach die passenden Quellen mit der richtigen Qualität zu finden. Egal ob du eine Hausarbeit, Seminararbeit oder deine Abschlussarbeit schreibst – Mit diesen Tipps möchte ich dir zeigen, wie du effizient recherchieren kannst mit den richtigen Tipps und Tools dein Literaturverzeichnis erstellst.
Tipp Nr. 1: Die Richtige Vorgehensweise
Halte dich an eine richtige Vorgehensweise bei deiner Literaturrecherche. Ich möchte dir dafür vier Phasen vorstellen, die perfekt aufeinander aufbauen.
- Phase: Erste Recherche
In der ersten Phase recherchierst du Allgemeines zu deinem Thema. Definiere zu Beginn die grundlegenden Begriffe deiner Forschungsfrage. Ganz Wichtig: Achte beim Lesen deiner Quellen auf weitere verwiesene Quellen. Diese kannst du direkt mitaufnehmen und sparst dir so viel Zeit.
Das Ziel dieser Phase sollten 30 Quellen sein.
- Phase: Große Recherche
Wenn du 30 Quellen gesammelt hast, kannst du in die zweite Phase übergehen. Hier gehst du weiter ins Detail und recherchierst ergänzend zu deiner Ersten Recherche. Sammle nun Quellen zu jedem deiner Gliederungspunkte. Das Ziel der zweiten Phase sind 40-80 Quellen.
- Phase: Spezialrecherche
Die Spezialrecherche ist dafür da Quellen für eigens gekennzeichnete Textstellen herauszusuchen. Dafür ist es wichtig bereits beim Schreiben zu überlegen, welche Aussagen du mit einer Quelle belegen solltest. Die fehlenden Quellenverweise kannst du dann nach und nach ergänzen. Wenn du keine passenden Belege findest, überarbeite am besten deinen Text, sodass an diesen Stellen keine Quelle benötigt wird.
- Phase: Korrektur Recherche
In der letzten Phase gehst du deine geschriebenen Textstellen durch und untersuchst deinen Text nach zu belegenden Abschnitten. Suche dir dazu noch passende wissenschaftliche Quellen heraus. Überprüfe zudem deine aktuellen Quellenangaben. Zitierst du überwiegend aus einer Quelle? Belegt diese Quelle diese Aussage treffend? Stelle dir diese Fragen bei der Korrektur deiner Arbeit. Tausche gegebenenfalls Quellenangaben aus. Das Ziel dieser Phase ist es die Qualität deiner Quellen zu verbessern und wenn nötig die Anzahl zu erhöhen.
Tipp Nr. 2: Passende Quellen finden
Wissenschaftliche Quellen richtig einzuordnen kann manchmal gar nicht so einfach sein. Wichtig ist, dass du bei der Auswahl deiner Quellen darauf achtest, das sie zitierfähig und zitierwürdig sind. Wenn du mehr dazu erfahren möchtest, lies gern meinen Beitrag, da ich gehe ich nochmal etwas näher auf diese beiden Punkt ein.
Lies Quellen immer mit einer Absicht, so ist es für dich einfacher sie in den Kontext einzuordnen. Überlege dir also vorher, was möchtest du herausfinden und suche dann gezielt deine Quellen.
Wo findest du nun passende Quellen für deine Arbeit? Bibliotheken! In Bibliotheken findest du Literatur zu allen möglichen Themen. Du kannst dabei entweder in deine Unibibliothek gehen oder in andere örtliche Büchereien, denn auch da findest du viel wissenschaftliche Literatur zum Nachlesen. Zudem kannst du Online Recherche Tools nutzen. Halte dabei immer Ausschau nach Journals, Lehrbüchern, Fachzeitschriften, Zeitungsartikeln, usw.
Google Scholar ist ein beliebtes kostenfreies Tool mit einer riesigen Datenbank. Ergänzend dazu nutze unbedingt Google Books, damit kannst du auf viele Bücher kostenfrei zugreifen. Häufig sind nur Leseproben kostenfrei, aber mit Glück findest du darunter bereits deine passenden Textstellen. Auf Wiso-net kannst du Journals zu verschieden Themen finden. Wenn du Statistiken und Zahlen suchst, dann kann ich dir de.statista empfehlen.
Tipp Nr. 3: Strukturierte Dokumentierung
In meinem dritten Tipp möchte ich dir raten während deiner gesamten Recherche eine begleitende Literaturliste zu führen. Nicht jeder dieser aufgenommenen Quellen müssen davon am Ende in dein Literaturverzeichnis. Führe die Liste trotzdem so ausführlich wie möglich, um dir spätere Arbeit zu sparen. Es kann sich im Verlauf deiner Forschung noch herausstellen, dass du die ein oder andere Quelle doch noch gebrauchen kannst. Eine gut geführte Literaturliste ist die beste Vorbereitung für dein Literaturverzeichnis. Sammle dafür zu jeder Quelle mindestens folgende Metadaten: Titel, Autor, Publikation, Veröffentlichungsjahr, Ort. Je nachdem welchen Zitationsstil du verwendest, können sich auch die benötigten Metadaten verändern.
Tipp Nr. 4: Anwendung der Quellen
Damit kommen wir auch schon zum letzten Tipp. Wie eben bereits erwähnt, hängt vieles von deinem Zitationsstil ab. Daher solltest du diesen frühestmöglich wählen. Zu den bekanntesten Stilen gehört APA, Harvard oder Chicago. Informiere dich unbedingt bei deinem Dozenten, ob der Zitationsstil vorgegeben wird oder du ihn frei wählen kannst. Es kommt dabei auf die Einheitlichkeit an. Wenn du dich für einen Stil entscheidest, musst du diesen in der kompletten Arbeit anwenden.
Um deine Quellen an den richtigen Stellen einzusetzen, kann ich dir die Mikrofragentechnik empfehlen. Diese Technik bietet dir die Möglichkeit bereits während der Recherche die passenden Quellen zur jeweiligen Frage zu schreiben. Lies dir dazu gerne meinen Beitrag zur Mikrofragentechnik durch. Hier gehe ich genau darauf ein, was du bei der Anwendung beachten solltest.
Zu weiteren Erleichterung deiner Literaturarbeit gibt es einige hilfreiche Programme. Citavi ist ein Literaturverwaltungsprogramm, womit du ganz leicht deine Quellen verwalten kannst. Mit Citavi ist das Zitieren ganz einfach. Das Programm macht die Arbeit fast von selbst. Ich kann dir dieses Programm allerdings nur empfehlen, wenn du Windows nutzt. Solltest du einen Mac haben, kann ich dir Scribbr sehr empfehlen. Ich habe dieses webbasierte Tool sehr gerne bei meiner Bachelorarbeit genutzt. Es ist super simple und benutzerfreundlich und nimmt dir ebenfalls einiges an Arbeit ab. Probiere es aus.
Zusammenfassung und Fazit
Hier erhältst du noch eine kleine Übersicht der Tipps. Wichtig bei der gesamten Literaturrecherche sind auch ausreichende Pausen. So eine Recherche kann manchmal sehr kräftezerrend sein. Damit du ausreichend konzentriert bleibst, solltest du nicht länger als zwei Stunden am Stück an deiner Recherche arbeiten. Lege eine Pause ein und starte danach wieder.
Zum Abschluss habe ich noch einen wichtigen Tipp für dich. Vermeide wörtliche Zitate in deiner Arbeit. Das vermittelt den Gutachtern den Eindruck, dass du zu faul warst es zu umschreiben. Versuche also möglichst alle Zitate indirekt zu zitieren. Ausgenommen davon ist deine Einleitung. Hier kannst du wörtliche Zitate nutzen, um einen Kontext besonders hervorzuheben oder eine Meinung zu präsentieren. Dieses Zitat sollte dann der Ankerpunkt deiner Einleitung sein und einen direkten Bezug zu deinem Thema haben.
Keine Lust zu lesen? Dann schau dir das Video an..
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